Ich habe Anke auf Facebook kennengelernt, als sie Blogger für ihren Debütroman „Chronicles of Gods: Göttin der Dunkelheit“ gesucht hat. Eigentlich wollte ich ja gar niemanden mehr aufnehmen, aber das Buch schrie mich regelrecht an. Zum Glück! Denn dadurch habe ich einen ganz lieben Menschen kennengelernt❤Die liebe Anke nämlich, der Autorin des Buches❤ Das Buch hat mich absolut geflasht und es war klar, ich will jetzt auch die Hintergründe kennenlernen und vor allem auch Anke❤Und Anke hat sich richtig viel Zeit genommen, was bedeutet, es ist ein längeres Interview, aber ich wollte es nicht kürzen, weil es einfach so wahnsinnig interessant ist!

Und nun taucht mit mir in Ankes Welt ein❤

Damit ihr euch auch ein Bild von Anke machen könnt, hat sie mir eins für euch zur Verfügung gestellt ❤

Hallo Anke, vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, um ein kleines Interview mit mir zu führen und uns ein bisschen an Deinem Leben teilhaben lässt☺

Stell Dich doch einfach erstmal kurz vor, was machst Du außer Schreiben, welchen Beruf, welche Hobbies, Haustiere etc. und natürlich interessiert uns sehr, was Du selbst gerne liest! 

Ich war schon früh fasziniert vom Schreiben und habe darum eine Redakteurs-Ausbildung bei einer Tageszeitung gemacht und Germanistik studiert. Später war ich Lektorin und Redakteurin einer Monatszeitschrift in einem religiösen Buchverlag, was mir sehr viel Freude gemacht hat, und habe auch als freie Journalistin Reportagen und Artikel geschrieben. Leider ließ sich eine schreibende Tätigkeit nicht immer mit dem Familienleben vereinbaren, weil auch mein Mann viele Wochenenddienste hatte, und noch etwas schwieriger wurde es, als ich mit meiner Familie nach Schweden ausgewandert bin. Darum habe ich noch eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte absolviert und auch in dem Job mehrere Jahre gearbeitet.  Wir leben auf einem alten Gutshof  auf einer südschwedischen Halbinsel, mit einem großen Grundstück, das wie ein eigenes Reich ist, hoch auf einem Felsen über einer Wiese. Vom Balkon aus kann ich bis zur Bucht hin blicken. Der Garten ist ziemlich wild, da gibt es mehrere große Grasflächen, für die wir uns einen Rasentraktor angeschafft haben, denn mit einem normalen Rasenmäher braucht man eine Woche, bis das alles gemäht ist. In dem kleinen Waldstück, das mit zum Grundstück gehört, wachsen vor allem Kirschbäume, aber wir haben auch Birnen, Pflaume, Himbeeren, Erdbeeren, Smultron (kleine Walderdbeeren), Johannisbeeren und Brombeeren in rauen Mengen. Die Brombeeren kann ich nicht leiden, sie überwuchern alles und der Sommer ist hier nicht lang genug, dass sie auch wirklich reif werden. Darum sind meine Sommer ein Kampf gegen die Brombeeren und für meine geliebten Himbeeren, aus denen man so tolle Marmelade machen kann… Eins meiner Hobbies ist das „friluftsliv“, wie man in Schweden sagt – ich liebe es, draußen zu sein. ich bin gern im Wald oder an einer der zahlreichen schönen Küsten auf der Halbinsel, wo wir wohnen oder in der Umgebung. Im Winter sammele ich herabgefallene Äste für unsere Holzheizung. Das Holzhacken überlasse ich allerdings doch lieber meinem Mann. Ich mache auch gerne Sport, zum Beispiel jogge ich hier durch die Wälder und spiele Tennis. Bin auch für jeden anderen Sport immer zu haben. Und das Schreiben ist eigentlich nicht mein Hobby, sondern schon fast eine Besessenheit (alles, was ich mache, kann zur Besessenheit ausarten, ich bin ein intensiver Mensch). Ich liebe es, wenn neue tolle Bilder in meinem Kopf entstehen oder wenn mir eine brilliante Formulierung einfällt, dabei kann ich wie in einen Rausch geraten.

Was ich gerne lese? Überraschung: Das, was ich auch schreibe, Fantasy! ich mag auch sehr gerne Märchen. Reine Liebesgeschichten lese ich zwar nicht, aber ich mag es ungeheuer, wenn in einer Fantasygeschichte eine Lovestory enthalten ist. Deswegen ist das auch so in meinen Büchern.


Was ist das Wichtigste für Dich im Leben?


Meine Familie, mein Mann und meine beiden Kinder.


Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Wann kam zum ersten Mal der Gedanke, wirklich selbst ein Buch zu schreiben? 

Och, ich habe mein erstes „Buch“ mit ungefähr 10 Jahren geschrieben, das war ein Comic mit aufklappbaren Bildern, hinter denen sich Überraschungen verbargen. Alle Bilder zusammen erzählten eine sehr seltsame Geschichte, im Laufe der Zeit wurden es 10 Kapitel, die jeweils aus 10 Seiten bestanden. Als Teenager saß ich manchmal stundenlang vor einem leeren Blatt Papier mit dem drängenden Wunsch, eine Geschichte schreiben zu wollen, aber meist blieb das Blatt leer, weil ich nicht wusste, wie ich das anfangen sollte. Dann schrieb ich meistens aus Frust das auf, was ich am Tag so gemacht hatte, und daraus wurde ein jahrelang geführtes Tagebuch.


Gibt es einen Lieblingsplatz, wo Du Inspirationen bekommst oder sogar am Buch schreibst?

Das meiste fällt mir wohl im Bett ein, wenn ich nicht schlafen kann. Dann lasse ich die Bilder im Kopf wachsen, überlege mir Szenen, Dialoge, manchmal auch Sätze – es ist besser als jeder Film, den ich mir anschauen könnte.


Du hast im Dezember 2020 Deinen Debütroman „Chronicles of Gods: Göttin der Dunkelheit“ veröffentlicht. Eigentlich ist es ja schon 2017 erschienen mit 4 Bänden. Wie kam es dazu, dass Du alles komplett überarbeitet hast und jetzt, ich sag mal, von vorne anfängst?

Der Verlag hat damals nur die ersten vier Bände veröffentlicht. Die Rechte darüber habe ich Ende Oktober zurückbekommen. Ursprünglich war meine Idee, einfach die vier Bände noch einmal selbst herauszugeben und zusätzlich auch Band 5 und 6 zu veröffentlichen, damit die Serie endlich komplett ist. Allerdings hatte ich damals für Band 1 einige heftige Kritik bekommen, weshalb ich mir überlegt habe, mir diese Kritik zu Herzen zu nehmen und den ersten Band zu überarbeiten. Bei der Überarbeitung habe ich letztlich sehr viel geändert, vor allem Motivation, Logik und Hintergrund. Die anderen Bände wollte ich eigentlich lassen, wie sie sind. Aber als ich sie mir nochmal durchgelesen habe, habe ich auch da noch viele kleine und auch größere Schnitzer entdeckt und dachte, „das kannst du besser machen“. Und deshalb überarbeite ich jetzt alles. Das tut gut, ich merke, dass die Geschichte dadurch wesentlich besser wird. Ich denke, wer die frühere Version gelesen hat, wird das merken. Es lohnt sich auf jeden Fall. In Band 2 ändere ich gerade ganze Kapitel. Das Grundkonzept bleibt natürlich, aber an den Details schraube ich ordentlich. Die sind es letztlich, die das Werk hoffentlich zum Funkeln bringen.


Wie kam es zu dem Buch, gibt es da einen Hintergrund zu? Die Geschichte ist ja wahnsinnig komplex, wahnsinnig tiefgehend. Greift die Ur Ängste der Menschheit unter anderem auf. 

Das liegt vermutlich daran, dass ich daran so lange gearbeitet und auch so extrem viel überarbeitet habe, nicht erst jetzt, sondern auch schon früher. Die Geschichte ist wie eine Zwiebel, die Grundidee ist geblieben, aber es kam im Laufe der Zeit immer hier und dort noch etwas dazu, schichtenweise, bis es immer stimmiger und detailreicher wurde.
Wie lange hast Du jetzt gebraucht, bis zur Fertigstellung und gab es auch Momente, wo Du lieber aufgegeben hättest und alles geschreddert hättest? Es gab ungefähr 1000 Momente, in denen ich dachte, das klappt nie. Immer wieder stieß ich auf „unüberwindliche Hindernisse“ und wusste nicht, wie ich weiterschreiben sollte. Das liegt sicher zum Teil daran, dass meine Prota eine „eigentlich“ unlösbare Aufgabe hat und ich ihr anstelle von Lösungen zunächst immer nur neue Probleme vor die Füße geworfen habe. Immer wieder habe ich zwischendurch gedacht „wie soll sie da eigentlich jemals herauskommen“? Häufig hatte ich auch so banale Probleme wie: Charakter X muss jetzt von A nach B gehen, weil sich in B etwas ereignet, worin Chara X verwickelt werden soll. Wie motiviere ich also meinen X, dass er dahin geht, so dass es natürlich klingt und man nicht merkt, dass ich das aus einem bestimmten Grund so konstruiere. Viele gute Ideen kamen mir auch z.B. in Band 5, welche dazu führten, dass ich ganze Motivationsreihen ändern musste, weil sich Grundvoraussetzungen änderten. In so einer Geschichte, wo alles miteinander zusammenhängt, kann auch schnell mal das ganze Konstrukt zusammenbrechen, wenn man in Band 5 merkt, dass Areshva bestimmte magische Attacken, die ich schon fest eingeplant hatte, überhaupt nicht durchführen kann, weil sie doch zu dem Zeitpunkt ihre Zauberkraft verloren haben wird. Sowas ist mir ständig passiert und jedesmal ist es wie ein Brett vorm Kopf und wie die Drohung: Gleich fetzt es dir das gesamte Manuskript, weil du dieses Hindernis niemals überwindest. Schreiben ist ein beständiger Zustand zwischen Himmel („du schaffst es“) und Hölle („das Manuskript wird nie fertig oder nie funktionieren“).

Die Entstehungsgeschichte ist etwas länger, aber so interessant, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte, daher hänge ich sie euch ganz ans Ende des Interviews, damit es hier nicht explodiert❤


War für Dich immer klar, dass Du im Fantasygenre schreibst? Oder würdest Du Dich auch mal in ein anderes Genre wagen?

Mein erstes Manuskript, das ich nie veröffentlichte, war ein humoristisch-selbstironischer Briefroman, den ich mit einer Österreicherin zusammen geschrieben habe. Über die weltbewegenden Augenblicke im Leben einer miserablen Hausfrau mit Kleinkind, wir haben uns fiktive Briefe geschrieben und darin unseren Alltag dramatisiert und ironisiert. Das hat viel Spaß gemacht, leider ist die Geschichte irgendwann versandet. 


Gibt es Szenen aus Büchern, egal ob eigene oder fremde Bücher, die Dir in Erinnerung geblieben sind und über die Du heute noch lachst, den Kopf schüttelst oder die Dich sehr berührt haben?

Ja. Manchmal berühren mich einzelne Szenen so, dass sie mir ewig im  Kopf bleiben. Oft sind das Liebesszenen. Aber ich bleibe auch bei tollen Formulierungen hängen und lese sie mehrmals. 


Hast du jemanden der Dich beim Schreiben unterstützt ( seelisch , moralisch ) , aber auch Korrektorat, Lektorat, Blogger usw. ? 

Ich glaube, ohne diese Unterstützung hätte ich das Manuskript nie beendet. Beim Schreiben der Götter-Reihe war ich Mitglied in einem Autorenforum und hatte dort Unterstützung von anderen Autoren, die meine Geschichte während der Überarbeitung verfolgt und mir immer wieder Kommentare und Hinweise gegeben haben. Das war für mich enorm hilfreich. Leider wurde das Forum eines Tages plötzlich geschlossen. Ich habe aber ein neues Schreibforum gefunden, in dem ich jetzt schon seit zwei Jahren aktiv bin. In dem Forum begleiten mich drei Betaleserr, denen ich immer den Fortschritt meiner neuen Geschichte schicke (ja, ich schreibe an einer neuen Fantasy-Reihe), und sie schreiben mir Kommentare dazu. Das ist unglaublich hilfreich. Ich habe aufgrund der Kommentare einmal bereits den gesamten Anfang neu geschrieben und ändere auch zwischendrin schon mal ganze Kapitel, wenn sie bei ihnen durchfallen. Da sind gute Leute, die alle selber schreiben, und wir unterstützen uns gegenseitig bei unseren Manuskripten.  Wenn das Manuskript dann fertig ist, ist natürlich auch die Zusammenarbeit mit Bloggern sehr wichtig. Ich habe bei der Erstveröffentlichung ein nettes Blogger-Team gehabt, das mich unterstützt hat. Auch jetzt bin ich dabei, Blogger für eine Unterstützung zu suchen und habe dabei einige supernette Akteurinnen kennengelernt. Das macht auch sehr viel Spaß und ich freue mich sehr darüber.


Worauf können wir uns in Zukunft von Dir freuen? 

Meine neue Fantasy-Reihe – ja, das werden auch wieder 6 Bände, die Rohfassung von allen ist bereits fertig. Der Arbeitstitel lautet „Meermädchen“ oder „Das Herz des Dämonen“. Es gibt diesmal Wasserwelten zu entdecken und das exotische Reich der Amazonen. Düster, romantisch und eine Prise Humor – ich persönlich glaube und hoffe, dass ich mit der neuen Story die „Chronicles-of-Gods-Reihe“ noch toppen werde – naja, aber mal sehen. Als Veröffentlichungstermin habe ich Sommer/Herbst 2020 geplant, denn ich will versuchen, auch Band 2 noch fertig zu bekommen, damit die Wartezeit zwischen den Bänden nicht zu lang wird.


Wo kann man Dich in den sozialen Medien alles antreffen?
(Roten Link anklicken)

Auf Insta bin ich neu, da muss ich mich erst zurecht finden.

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Vielen lieben Dank, liebe Anke, für das Interview❤

Vielen Dank, liebe Bianka, für das nette Interview! 

Hier die versprochene Entstehungsgeschichte❤

Zu der Entstehungsgeschichte für die Götter-Reihe habe ich während der Releaseparty ja mal einen Text geschrieben, denn an dieser Reihe habe ich sehr viele Jahre geschrieben. 

Die sieben Phasen der Entstehung: Die Erzählperspektive  

Umberto Eco hat einmal gesagt, er hätte sein Buch „Der Name der Rose“ nur geschrieben, weil er den drängenden Wunsch verspürt hätte, einen Mönch zu vergiften.  

Ich habe Areshvas Geschichte aus dem Bedürfnis heraus geschrieben, ein anderer Charakter sein zu wollen als ich bin: Rebellisch, temperamentvoll, mächtig, schwarzhaarig und mutig! Dazu Flügel als Bonus. Und ich wollte auch in einer ganz anderen Welt leben: Mittelalterlich, gefährlich und naturnah.  

Die Geschichte hat sich allerdings dagegen gewehrt, aufgeschrieben zu werden. Vor allem mit der Erzählperspektive hatte ich zu kämpfen.  

  1. Erster Entwurf  

Nach meiner initialen Idee habe ich innerhalb von 4 Wochen den Entwurf einer Geschichte auf 60 DIN A 4 Seiten niedergeschrieben und war unfassbar stolz über mein „Werk“.

2. Zweiter Entwurf  

Als ich mir den Entwurf noch einmal durchlas, fand ich alles zu simpel und nicht gut genug durchdacht. Ich zeichnete eine Landkarte, damit ich mir Damarynth besser vorstellen konnte. Das hat mich so inspiriert, dass ich die Geschichte noch einmal neu formuliert habe, diesmal in einem größeren Entwurf, mit mehr Städten und mehr handelnden Personen. Da sich damals in meinem Leben viel ereignete, landete sie danach in der berühmten Schublade.

3.  Szenische Entwicklung (auktorial erzählt)


Sechs Jahre später fiel mir das Manuskript wieder in die Hand, das ich mal so toll gefunden hatte. Ich war entsetzt. Die Story war fürchterlich, der Stil grottig, da stimmte überhaupt nichts. Aber ich erinnerte mich noch an die tolle Idee dahinter und  wusste, dass sie es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Ich warf das Manuskript in die Tonne und fing neu an. Später las ich, was ich geschrieben hatte und war wieder unzufrieden – es war nicht spannend genug.  


4. Die Erzählerin Vadinia  

Ein Meilenstein in der Entwicklung der Geschichte war meine Idee, Spannung zu erzeugen, indem ich eine Erzählerin einführe. Nicht Areshva, denn ihre Tendenz, ihre Ziele knallhart zu verfolgen, könnte vielleicht bei meinen Lesern schlecht ankommen. Also erwählte ich die Priesterin Vadinia. Die Perspektive bot mir die Gelegenheit, einen Tempel kennenzulernen und zu erkundigen, wie Magie entsteht und was sie mit den Göttern zu tun hat. Endlich kam Zug in die Story, aber auch neue Probleme. Wenn Vadinia Areshvas Geschichte erzählen sollte, musste sie Areshva entweder verfolgen oder auf andere Weise ständig etwas über sie erfahren. Das wurde nach einer Weile fürchterlich mühsam. Außerdem konnte Vadinia Areshva nicht ausstehen und ich hasste sie dafür. Es ist überhaupt nicht gut, wenn man seine eigene Erzählerin hasst.

5. Zwei Erzählerinnen

Meine neueste glorreiche Idee, um die Geschichte auf das gewünschte Niveau zu bringen, war die Einführung einer zweiten Erzählerin. Diese sollte die Szenen aus Areshvas Leben berichten, zu denen Vadinia beim besten Willen keinen Zugang bekommen konnte. Dazu führte ich die Sektendienerin Pirina ein. Pirina hielt Areshva aufgrund ihres naiven Sektenglaubens für die „Retterin der Welt“ – obwohl Areshvas Benehmen zu einem solchen Glauben keinen Anlass gab. Das zündete! Ursprünglich hatte ich Pirina nur als vorübergehende Erzählerin gedacht, aber ich mochte sie nachher so sehr, dass sie eine tragende Nebenrolle in der Geschichte bekam. Es kamen neue, wunderbare Szenen hinzu. Es rettete mich aber nicht aus der Katastrophe der Vadinia-Kapitel. 

6. Areshva erzählt selbst

Zuletzt wurde mir klar, dass alle meine Ausweichmanöver falsch waren. Wenn ich Areshvas Geschichte im Fokus habe, dann muss Areshva sie selbst erzählen. Egal wie viele Charakterfehler sie hat. Auch auf die Gefahr hin (die mir noch immer Herzklopfen verursacht), dass alle meine eventuellen Leser sie womöglich hassen werden. Ich fing zum wiederholten Mal ganz von vorne an. Vadinia flog aus der Haupthandlung heraus, sie taucht jetzt nur noch an ganz wenigen Stellen auf. Pirina blieb jedoch drin. Welch ein Erlebnis war das, Areshva erzählen zu lassen! Je mehr ich über Areshva herausfand, desto mehr konnte ich mit ihr mitleiden, desto mitreißender wurde die Handlung.

7.Silvrin kommt als zweiter Erzähler hinzu


Aber die Story war immer noch nicht richtig rund. Diesmal lag es an Silvrin, Areshvas Geliebten. Ihn hatte ich bislang recht stiefmütterlich behandelt. Silvrin als „der Gute“ war schließlich ein vorhersehbar geradliniger und damit langweiliger Typ im Gegensatz zu der quirligen und aufrührerischen Areshva, und (so dachte ich) das will kein Mensch lesen. Allerdings: warum verliebt sich Areshva dann in ihn? Ich sah mich gezwungen, mal eine Szene aus seiner Perspektive zu schreiben. Das hat überraschenderweise dazu geführt, dass ich mich selbst in ihn verliebt habe und dann gar nicht mehr genug von ihm bekommen konnte, weshalb er zum zweiten Erzähler avanciert ist. Außerdem ergab sich durch die beiden unterschiedlichen, ja fast gegensätzlichen Charaktere ein toller Kontrast, der die Story enorm belebt hat.  

8. Überarbeitung  


Drei Jahre nach der Erstveröffentlichung bringe ich nun alle sechs Bände der Geschichte neu heraus, davon die Bände 5 und 6 zum ersten Mal. Als ich Areshvas Geschichte nach so langer Zeit wieder gelesen habe, stachen mir einige ganz fürchterliche Mängel ins Auge. Teilweise waren das solche, die auch schon einige Rezensenten angemerkt haben, und die mich damals auch gewurmt haben, dass ich die nicht sofort und nicht selber gesehen habe. Teils sind es auch Dinge, die ich nie richtig erklärt habe oder die ich früher mal erklärt hatte, die aber bei einer der Überarbeitungen herausgefallen sind, oder wo wirklich noch Hintergrund fehlte. Ich habe mich daran gemacht, alle Einzelbände nochmals genau durchzuarbeiten, Ergänzungen einzufügen, zu verbessern, zu vertiefen und die gesamte Geschichte noch runder zu machen. Ich hoffe, dass ich sie damit nun endlich in Topform präsentieren kann.  

In dem Band „Göttin der Dunkelheit“ habe ich ein ganzes Kapitel neu geschrieben. Wer sich damals gefragt hat, wer nun eigentlich die Prinzessinnen entführt hat und wie das genau geschah, der findet jetzt die Antwort. Auch Areshvas Motivation, ihren Hintergrund und noch so allerlei Kleinigkeiten habe ich deutlicher gemacht, weshalb ich hoffe, dass sich das Leseerlebnis wirklich verbessert.  

Augenblicklich überarbeite ich gerade Band 2. Ich hatte eigentlich gedacht, nur Band 1 hätte einige Mängel gehabt, aber im zweiten Band habe ich noch viel mehr gefunden, da habe ich ganze lange Passagen neu geschrieben und ergänzt. Er ist jetzt glatt 40 Seiten länger als die ursprüngliche Version und, wie ich finde, hat sich auch diese Überarbeitung auf jeden Fall gelohnt. Ich werde auch alle Folgebände noch ganz akribisch durchsehen und verbessern.  

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